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Tag der Muttersprache

Kleine Schritte, große Wirkung:Sprachförderung im Kita‑Alltag

Datum:
21. Feb. 2026
Von:
Redaktion der Unikathe-Verbandskommunikation
Am 21. Februar erinnert der Internationale Tag der Muttersprache daran, dass jede Sprache mehr ist als ein Kommunikationsmittel: Sie ist Identität, Kultur und Teilhabe. Für Kitas heißt das konkret: Wenn Herkunftssprachen sichtbar und wertgeschätzt werden, fühlen sich Kinder sicherer, zeigen mehr Lernfreude und bauen leichter Brücken zu weiteren Sprachen. Muttersprache ist damit kein Hindernis, sondern eine Ressource für Bildung und Integration.

Was aktuell wichtig ist und was wirkt

In den letzten Jahren hat sich die Praxis klar weiterentwickelt: Das frühere Bundesprogramm „Sprach‑Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ (2016 - Mitte 2023) hat bewährte Bausteine geliefert – zusätzliche Fachkräfte, externe Fachberatung und die Verankerung alltagsintegrierter Sprachförderung im Kita‑Alltag. Auch wenn die Bundesförderung 2023 endete, sind die Konzepte und Materialien weiter nutzbar und bilden vielerorts die Grundlage für landesweite Nachfolgeangebote.

Auf Länderebene wurden diese Impulse aufgegriffen: Hessen hat das Programm in Teilen weitergeführt und Landesangebote zur Bestandssicherung und Fachberatung eingerichtet; Einrichtungen können dort weiterhin auf Förderinstrumente und Vernetzungsformate zurückgreifen. Rheinland‑Pfalz hat 2024/2025 eine Sprachoffensive gestartet und plant Modellprojekte, die Sprachbeauftragte in Kitas stärken; 350 Kitas erhalten zusätzliche Deputate für Sprachförderung, um alltagsintegrierte Sprachbildung systematisch zu verankern.

Was Unikathe‑Kitas jetzt praktisch tun können

Kurzfristig und konkret

  • Morgenritual mehrsprachig: Begrüßungslieder und kurze Grüße in den Familiensprachen.
  • Eltern einbinden: Elternlesezeiten oder kurze Mitmach‑Stationen in ihrer Muttersprache.
  • Sichtbarkeit schaffen: Sprach‑Wand mit Grüßen, Wortkarten an der Garderobe, mehrsprachige Bilderbücher in der Leseecke.

Mittelfristig (Alltag und Team)

  • Alltagsintegrierte Sprachförderung: Sprachliche Begleitung beim Anziehen, Essen, Spielen; Erzählkreise und sprechfördernde Rituale etablieren.
  • Rolle Sprachbeauftragte: Eine Fachkraft oder eine halbe Stelle als Sprachbeauftragte verankern; Aufgaben: Teamcoaching, Materialpflege, Elternarbeit.
  • Fortbildung und Fachberatung: Angebote der Länder nutzen, Team‑Reflexionen planen und externe Fachberatung einbinden.

Langfristig (Qualitätssicherung)

  • Konzeption verankern: Sprachförderung in die pädagogische Konzeption aufnehmen.
  • Dokumentation und Evaluation: Einfache Beobachtungsbögen einführen und Ergebnisse regelmäßig mit Eltern besprechen.
  • Netzwerke nutzen: Kooperationen mit Bibliotheken, Sprachfachstellen und regionalen Initiativen aufbauen.

Warum sich der Aufwand lohnt

Wenn Kitas die Muttersprache der Kinder anerkennen, stärkt das Selbstwert, Zugehörigkeit und Lernmotivation. Alltagsintegrierte Maßnahmen sind dabei besonders wirksam, weil sie Sprache in sinnvollen Handlungen verankern – nicht als isoliertes Förderangebot, sondern als Teil des täglichen Miteinanders. Die Erfahrungen aus dem Bundesprogramm und den Landesinitiativen zeigen: Nachhaltige Wirkung entsteht, wenn Fachkräfte, Eltern und Träger gemeinsam an einem Strang ziehen.

Fazit

Der Tag der Muttersprache ist mehr als ein einzelner Aktionstag: Er ist ein Anlass, die vorhandene sprachliche Vielfalt in Unikathe‑Kitas sichtbar zu machen und systematisch als Ressource für Bildung zu nutzen. Mit kleinen, alltagsintegrierten Schritten, klaren Rollen im Team und enger Zusammenarbeit mit Familien lassen sich nachhaltige Verbesserungen erreichen – sowohl in Rheinland‑Pfalz als auch in Hessen.