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Digitale Medien in Kitas:Hessen setzt auf frühe Medienbildung mit Augenmaß

Datum:
1. Juni 2026
Von:
Redaktion der Unikathe-Verbandskommunikation
Digitale Medien gehören längst zum Alltag von Kindern, auch schon im Vorschulalter. Das zeigt eine aktuelle Antwort der Hessischen Landesregierung auf eine Anfrage im Hessischen Landtag zum Thema „Projekte zur Nutzung digitaler Medien in Kindertageseinrichtungen in Hessen“.

Dabei wird deutlich: Frühkindliche Medienbildung gewinnt zunehmend an Bedeutung. Ziel ist es nicht, Kinder möglichst früh an Bildschirme zu gewöhnen. Vielmehr sollen sie altersgerecht, kreativ und verantwortungsvoll beim Umgang mit digitalen Medien begleitet werden.

Medienbildung beginnt bereits in der Kita

Nach Angaben der Landesregierung nutzen viele Kinder bereits im Alter von zwei bis fünf Jahren digitale Geräte wie Tablets oder Smartphones. Grundlage für die pädagogische Arbeit in Hessen bleibt dabei der Bildungs- und Erziehungsplan (BEP). Er beschreibt Medienkompetenz ausdrücklich als wichtigen Bildungsbereich.

Kitas und Träger entscheiden eigenverantwortlich, wie digitale Medien im Alltag eingesetzt werden. Das Land unterstützt sie dabei unter anderem durch Fortbildungen, Materialien sowie verschiedene Modellprojekte.

Projekte und Fortbildungen werden ausgebaut

Besonders hervorgehoben wird das Projekt „MEKOKI – Medienkompetenz in Kitas“, das seit 2024 gefördert wird. Bereits rund 80 Kita-Teams wurden qualifiziert und Eltern umfassend informiert. Eine wissenschaftliche Evaluation des Projekts ist vorgesehen.

Auch das bundesweite Projekt „WebbyVersum“, an dem Hessen beteiligt ist, wird positiv bewertet. Es verbindet digitale Erfahrungen mit analogen Aktivitäten und unterstützt Kinder dabei, einen ausgewogenen Umgang mit Medien zu entwickeln. Gleichzeitig werden pädagogische Fachkräfte sowie Eltern begleitet.

Darüber hinaus fanden in Kooperation mit der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mehrere Fachtagsreihen zum Thema „Digitale Medien und KI in der Kita“ statt. Mehr als 400 Teilnehmende beschäftigten sich dort mit Chancen, Risiken und kindgerechter Medienbildung.

Hohe Nachfrage nach digitaler Ausstattung

Im Rahmen des Landesprogramms „Starke Teams, starke Kitas I“ wurden laut Landesregierung rund 11,2 Millionen Euro für digitale Ausstattung in Kitas bewilligt. Insgesamt 3.709 Einrichtungen haben entsprechende Mittel beantragt.

Medienkompetenz als Zukunftsaufgabe

Die Hessische Landesregierung betont, dass digitale Bildung künftig weiterentwickelt und stärker wissenschaftlich begleitet werden soll. Der Bildungs- und Erziehungsplan wird derzeit überarbeitet und an aktuelle gesellschaftliche sowie wissenschaftliche Entwicklungen angepasst.

Für Kindertageseinrichtungen bedeutet dies: Medienbildung wird zunehmend als selbstverständlicher Teil frühkindlicher Bildung verstanden. Ziel bleibt es, Kinder sicher, reflektiert und gesund in einer digitalen Welt aufwachsen zu lassen.

Quelle: Hessischer Landtag, Drucksache 21/4080 vom 08.05.2026.