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Unikathe Kita-Sozialarbeit :Ewiges Leben für den Fahrradschlauch

Datum:
4. Nov. 2026
Von:
Manuela Harfst und Christiane Rieks

Unikathe Kita-Sozialarbeit Mainz mit Upcycling-Projekt beim Weltkindertagsfest in Mainz

Unter dem Motto „Starke Kinder, starke Zukunft“ stand der diesjährige Weltkindertag auf dem Goetheplatz „Platz der Kinderrechte“ in Mainz am 18. September.  Ziel der Veranstaltung ist es, auf die Rechte von Kindern aufmerksam zu machen und ihre Bedeutung für ein gutes und sicheres Aufwachsen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Die Kita-Sozialarbeiterinnen der katholischen Kitas St. Rochus und Herz Jesu, Manuela Harfst und Christiane Rieks, in Trägerschaft des Zweckverbandes Unikathe sowie die Kita-Sozialarbeiterin der Kita Heilig Geist in Trägerschaft des Sozialdienstes katholischer Frauen (SKF) nutzten das Fest, um ihre Arbeit vorzustellen und mit Kindern und Familien ins Gespräch zu kommen.

Kreativ werden, Kontakte knüpfen und Vertrauen aufbauen

Mit einem besonderen Mitmachangebot luden die Kita-Sozialarbeiterinnen Kinder und ihre Familien dazu ein, aus alten Fahrradschläuchen neue Lieblingsstücke zu gestalten. Unter dem Motto „Ewiges Leben für den Fahrradschlauch“ entstanden Taschen, Schlüsselanhänger und weitere kreative Accessoires. Das Upcycling-Projekt erfreute sich großer Beliebtheit und bot einen unkomplizierten Zugang zu den Familien.

Denn neben dem gemeinsamen Basteln stand vor allem eines im Mittelpunkt: Begegnung. Viele Eltern nutzten die Gelegenheit, sich über die Arbeit der Kita-Sozialarbeiterinnen zu informieren, Fragen zu stellen und erste persönliche Kontakte zu knüpfen. Auf diese Weise entstand ein niedrigschwelliger Zugang zu einem Unterstützungsangebot, das Familien im Alltag stärken und ihnen frühzeitig Orientierung geben kann.

Gleichzeitig machte das Projekt mit seinem Nachhaltigkeitsgedanken auf den Wert eines bewussten Umgangs mit Ressourcen aufmerksam und setzte ein Zeichen für das Recht besonders der Kinder auf eine lebenswerte und saubere Umwelt.

 

Prävention beginnt mit Vertrauen

Die Begegnungen am Weltkindertag verdeutlichten, wie wichtig die präventive Arbeit der Kita-Sozialarbeiterinnen ist. Sie sind Ansprechpersonen für Familien, hören zu, informieren über Unterstützungsangebote und helfen dabei, passende Hilfen frühzeitig zu finden. Dabei geht es nicht erst um Unterstützung in schwierigen Situationen: Kita-Sozialarbeit setzt bewusst früher an. Sie stärkt die Ressourcen der Eltern, fördert die Teilhabe von Familien und trägt dazu bei, Belastungen rechtzeitig zu erkennen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Gerade die Kita als vertrauter Ort im Alltag der Kinder und ihrer Familien bietet dafür gute Voraussetzungen. Durch offene Begegnungsangebote wie beim Weltkindertagsfest können Hemmschwellen abgebaut und tragfähige Beziehungen angebahnt werden. So wird präventive Unterstützung praktisch erlebbar – unkompliziert, lebensnah und auf Augenhöhe.

Wichtige Anerkennung für ein zukunftsweisendes Arbeitsfeld

Auch prominente Gäste informierten sich über das Angebot der katholischen Kita-Sozialarbeiterinnen. Zu Besuch kamen Kathrin Anklam-Trapp, Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend, sowie die Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes Mainz Katharina Gutsch. Im Austausch mit den Kita-Sozialarbeiterinnen unterstrich die Staatssekretärin die wichtige Rolle der Kita-Sozialarbeit innerhalb der Jugendhilfelandschaft. Insbesondere ihre Schlüsselfunktion in der präventiven sozialen Arbeit wurde dabei hervorgehoben.

Manuela Harfst (Kita-Sozialarbeit St. Rochus), Katharina Gutsch (Geschäftsführung Kinderschutzbund Mainz), Kathrin Anklam-Trapp (Staatssekretärin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen, Familie und Jugend RLP), Christiane Rieks (Kita-Sozialarbeit Herz Jesu) (v.l.n.r.)

 

Unterstützung erhielten die Kita-Sozialarbeiterinnen von angehenden Erzieher*innen in berufsbegleitender Ausbildung. Sie konnten die Gelegenheit nutzen, Einblicke in dieses wichtige Arbeitsfeld zu gewinnen und Aspekte der vielfältigen Aufgaben der Kita-Sozialarbeit kennenzulernen. Weitere helfende Hände kamen von jungen Ehrenamtlichen und einer Fachkraft für Diversität, die gemeinsam dazu beitrugen, den großen Andrang der Familien zu bewältigen.

Das Weltkindertagsfest zeigte einmal mehr: Starke Kinder brauchen starke Familien – und Familien brauchen verlässliche Ansprechpersonen. Mit ihrer präventiven Arbeit leisten die Kita-Sozialarbeiterinnen einen wichtigen Beitrag dazu, Familien frühzeitig zu erreichen, ihre Stärken zu fördern und Kinder auf ihrem Weg in eine gute Zukunft zu begleiten. Manchmal beginnt das mit einem Gespräch – oder mit einem alten Fahrradschlauch, der zu etwas Neuem wird.

Manuela Harfst und Christiane Rieks

 

Unterstützen, kooperieren und vernetzen – Kita-Sozialarbeit für mehr Chancengerechtigkeit

Mainzer Unikathe Kita-Sozialarbeiterinnen geben bei der Jahrestagung in Mainz Einblicke in ihre Praxis und wertvolle Impulse für Kolleg*innen in Rheinland-Pfalz

Wie kann Kita-Sozialarbeit Familien frühzeitig stärken, Zugänge zu Unterstützungsangeboten erleichtern und mehr Chancengerechtigkeit ermöglichen? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Kita-Sozialarbeiter*innen aus ganz Rheinland-Pfalz bei ihrer Jahrestagung am 14. September 2026 im Bildungszentrum Erbacher Hof in Mainz. Unter dem Leitgedanken „Unterstützen, Kooperieren und Vernetzen für mehr Chancengerechtigkeit“ stand insbesondere der Austausch zwischen Forschung und Praxis im Mittelpunkt.

Auch die Unikathe Kita-Sozialarbeit aus Mainz war vertreten: Manuela Harfst und Christiane Rieks stellten ihre praktische Arbeit im Rahmen eines Gallery Walks vor und luden die Teilnehmenden zu persönlichen Praxisgesprächen ein.

Manuela Harfst (Kita-Sozialarbeit Kita St. Rochus Mainz) und Christiane Rieks (Kita-Sozialarbeit Kita Herz Jesu) (v.l.n.r.)

Praxiswissen teilen, Perspektiven erweitern

Die Jahrestagung brachte Fachkräfte aus unterschiedlichen Regionen, Trägerschaften und konzeptionellen Zusammenhängen zusammen. Diese Vielfalt bot eine wertvolle Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen, unterschiedliche Arbeitsansätze kennenzulernen und gemeinsam über die Herausforderungen und Chancen der Kita-Sozialarbeit nachzudenken.

Manuela Harfst und Christiane Rieks nutzten den Gallery Walk, um Einblicke in ihre tägliche Arbeit zu geben und mit Kolleg*innen über konkrete Erfahrungen aus der Praxis ins Gespräch zu kommen. Ihre Einladung zum fachlichen Austausch bot Raum für Fragen, neue Perspektiven und Anregungen, die sich in die eigene Arbeit übertragen lassen. Damit leisteten sie einen wichtigen Beitrag zum Wissenstransfer und zur Vernetzung der Kita-Sozialarbeit in Rheinland-Pfalz.

Niedrigschwellig beraten, Ressourcen stärken, Familien begleiten

Ein zentrales Thema der Tagung war die Frage, wie eine niedrigschwellige und ressourcenorientierte Beratung und Begleitung von Familien gelingt. Kita-Sozialarbeitende unterstützen Eltern dabei, eigene Stärken zu erkennen, Herausforderungen zu bewältigen und passende Hilfsangebote zu finden. Dabei kommt ihnen eine wichtige Lotsenfunktion zu: Sie schaffen Verbindungen zwischen Familien, Kindertageseinrichtungen und weiteren Einrichtungen im Sozialraum sowie zu weiterführenden Hilfen.

Wie diese Zusammenarbeit erfolgreich gestaltet werden kann, wurde anhand vielfältiger Praxisbeispiele diskutiert. Dazu gehörten unter anderem partizipative Stadtteilerkundungs- und entwicklungsprojekte mit Familien, die Etablierung von Familienzentren mit ihren Bildungs-, Begegnungs-, Beratungs- und Begleitungsangeboten, die Kooperation mit Erziehungs- und Familienberatungsstellen sowie die Zusammenarbeit an den Schnittstellen verschiedener Institutionen. Deutlich wurde dabei, wie wichtig tragfähige Netzwerke und verlässliche Kontakte sind, damit Familien bedarfsgerecht unterstützt werden können.

Gemeinsam für mehr Chancengerechtigkeit

Die Jahrestagung zeigte einmal mehr, dass Kita-Sozialarbeit von einem lebendigen fachlichen Austausch und einer guten Vernetzung lebt. Unterschiedliche Erfahrungen und Arbeitskonzepte eröffnen neue Handlungsmöglichkeiten und helfen dabei, die eigene Praxis weiterzuentwickeln.

Mit ihrem Engagement für den Austausch und ihre Bereitschaft, Erfahrungen und Wissen weiterzugeben, bereicherten die Akteur*innen des Gallery Walks die Begegnung mit den rheinland-pfälzischen Kolleg*innen. Solche Praxisgespräche stärken nicht nur die fachliche Zusammenarbeit, sondern tragen auch dazu bei, gemeinsame Perspektiven für eine wirksame Unterstützung von Familien zu entwickeln.

Denn das gemeinsame Ziel bleibt, allen Kindern und ihren Familien möglichst gute Entwicklungs- und Teilhabechancen zu eröffnen. Eine Kita-Sozialarbeit, die unterstützt, kooperiert und vernetzt, schafft dafür wichtige Voraussetzungen.