Alles begann damit, dass ein junges Eulenbaby plötzlich allein in unserem Hof saß. Der kleine Ästling konnte noch nicht richtig fliegen und fand aus eigener Kraft keinen Weg hinaus. Glücklicherweise kennt sich eine unserer Kindergartenfamilien sehr gut mit Vögeln und Wildtieren aus. Sie nahm die kleine Eule behutsam mit und setzte sie zuhause im geschützten Gartenbereich ab, wo sie auf die Rückkehr ihrer Euleneltern warten konnte.
Doch damit war die Geschichte noch nicht zu Ende: Bereits in der folgenden Woche entdeckten die Kinder erneut eine kleine Eule – diesmal mitten in unserem Zierstrauch, wo sie den ganzen Nachmittag ruhig saß und beobachtete. Wenige Tage später besuchte uns sogar noch ein weiteres Eulenbaby. Ein Kindergartenonkel, der sich beim NABU engagiert, setzte die kleine Eule vorsichtig auf unsere Hofmauer. Dabei konnten die Kinder sogar die Eulenmama hoch oben im Baum entdecken. Sie hatte alles aufmerksam im Blick und sorgte sichtbar für ihren Nachwuchs.
Diese besonderen Begegnungen bewegten die Kinder sehr. Es entstanden viele Fragen, Gespräche und Beobachtungen rund um das Thema „Eule“. Schnell entwickelte sich daraus ein richtiges kleines Projekt: Die Kinder gestalteten Eulenbilder und Bastelarbeiten, beschäftigten sich mit Bilderbüchern, hörten Geschichten im Kamishibai und lernten dabei spielerisch viel über die Tiere und deren Lebensweise.
Besonders schön war zu beobachten, wie aufmerksam, fürsorglich und interessiert die Kinder auf die Tiere reagierten. Die Begegnungen mit den kleinen Eulen haben gezeigt, wie wertvoll echte Naturerfahrungen für Kinder sind und wie aus spontanen Alltagssituationen lebendige Bildungsprozesse entstehen können.
