Liebe Leserin, lieber Leser,
frühkindliche Bildung ist kein Luxus, sondern eine der wichtigsten Weichenstellungen für unsere Gesellschaft. Sie schafft Chancengleichheit, stärkt Familien und bringt jeden investierten Euro um ein Vielfaches zurück.
Doch bei aller ökonomischen Bedeutung dürfen wir nicht vergessen: Kinder brauchen vor allem eine glückliche Kindheit, sie brauchen Zeit zum Spielen, Staunen, Lachen. Sie brauchen Orte, an denen sie sich sicher und geliebt fühlen. Bildung ist nicht nur ein Mittel zum Zweck, sondern Teil der Kindheit schon in ganz frühen Jahren. Ein Teil, der aufweckt, anregt und Erinnerungen fürs Leben schafft.
Eine behütete Kindheit und ein daraus folgender volkswirtschaftlicher Nutzen sollten keinesfalls ein Widerspruch sein.
Gute frühkindliche Bildung darf daher nicht bedeuten, Kinder schon in der Kita unter Leistungsdruck zu setzen. Mandarin in der Krippe zu lernen, ist vielleicht der Wunsch vieler Eltern, aber möglicherweise etwas überambitioniert. Frühkindliche Bildung soll Räume für Fantasie, für Freundschaften und für das Entdecken der Welt eröffnen. Gleichzeitig legen wir damit den Grundstein für Chancengerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und auch die Gesellschaft profitiert hierdurch: Ein gut ausgebautes Kita-System entlastet Familien und ermöglicht Eltern, Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Die volkswirtschaftliche Rendite ist also beeindruckend, das rechnen uns Ökonomen regelmäßig vor.
Dennoch ist frühkindliche Bildung nicht nur eine Investition in Humankapital, sondern auch in Glück, Geborgenheit und die Freiheit, Kind zu sein. Sie ist ein Versprechen an unsere Kleinsten, dass sie in einer Welt aufwachsen dürfen, die ihnen Raum gibt; Raum zum Spielen, Träumen und Wachsen.
Frühkindliche Bildung ist somit eine doppelte Investition: zum einen in den Wohlstand unserer Gesellschaft und zum anderen in eine behütete Kindheit. Jeder Euro, den wir heute in Kitas investieren, lohnt sich daher später. Nicht nur in Zahlen, sondern er belohnt uns vor allem mit glücklichen und selbstbewussten Kindern.
Ihr Daniel Poznanski
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